20 Jahre ipeak: Der Mensch im Fokus – trotz Digitalisierung
Digitale Informationslandschaften sind auf dem Vormarsch. Zu den frühen Pionierinnen in diesem Bereich zählt die Schweizer Firma ipeak Infosystems GmbH mit Hauptsitz in Zermatt VS und einer Filiale in Steinhausen ZG. Die beiden Firmengründer Raoul Julen und Marco Weis über die Anfänge vor zwanzig Jahren, digitale Ökosysteme sowie den Fokus auf Tourismus und Gesundheitswesen.
Interview: Markus Fässler
Ipeak Infosystems GmbH feiert das 20-jährige Jubiläum. Rückblickend: Welches waren die Highlights?
Raoul Julen: Sicherlich, dass wir uns kontinuierlich weiterentwickeln konnten, ohne unsere Haltung zu verlieren. Vom ersten lokalen Infokanal bis hin zu komplexen digitalen Ökosystemen: Wir durften miterleben, wie sich Technologie und Bedürfnisse verändert haben, und konnten diesen Wandel aktiv mitgestalten.
Marco Weis: Besonders stolz bin ich auch auf unsere Mitarbeitenden und die langjährigen Kundenbeziehungen. Das zeigt, dass wir nicht nur Lösungen liefern, sondern Vertrauen aufbauen.

Sind spezielle Aktionen im Jubiläumsjahr geplant?
Julen: Wir sind aktuell in der Planung. Klar ist für uns: Im Mittelpunkt sollen Begegnung, Austausch und Wertschätzung stehen – gegenüber unseren Kunden, Partnern, Mitarbeitenden und deren Familien.
Apropos Gründung: Stimmt es, dass Sie und Marco Weis ipeak 2005 in Ihrem Wohnzimmer in Zermatt ins Leben gerufen haben?
Julen: Ja, das stimmt. Viele grosse Unternehmen wie Google und Microsoft starteten in einer Garage. Da Zermatt autofrei ist und es keine Garagen gibt, mussten wir auf unsere Wohnzimmer ausweichen. (lacht)
Wie kam Ihnen überhaupt die Idee dazu?
Julen: Ein Geschäftspartner betreute damals den Zermatter Infokanal. Um diesen mit Informationen zu bespielen, musste er täglich mehrere Stunden vor Ort sein – Ferien waren praktisch unmöglich. Heute ist kaum vorstellbar, dass der Kanal auf PowerPoint-Präsentationen basierte.
PowerPoint-Präsentationen sind Vergangenheit. Heute entwickeln Sie digitale Informationslandschaften. Was ist darunter zu verstehen?
Julen: Vereinfacht gesagt handelt es sich um ein digitales Ökosystem. Unsere Kunden erhalten eine modulare Plattform, auf der sie Informationen bündeln und gezielt ausspielen können. Ziel ist es, dass alle Beteiligten davon profitieren – ähnlich wie in einem natürlichen Ökosystem.
Mit welchen Geräten sind diese Informationslandschaften kompatibel?
Weis: Mit praktisch allen gängigen Endgeräten. Alles, was über einen Bildschirm und Internetzugang verfügt, kann integriert werden. Wir bieten sowohl standardisierte als auch individuell konfigurierbare Lösungen. Unsere Software dient als firmenzentrales Backend für Kommunikation und Information.

Haben Sie ein aktuelles Beispiel aus dem Tourismus?
Julen: In Pontresina wünschten sich die Hoteliers ein einheitliches Kommunikationssystem. Gemeinsam mit der gesamten Engadiner Destination entwickelten wir eine Lösung, welche die Informationen der Hotels und der Region digital für alle Gäste verfügbar macht. Dadurch sparen heute alle Beteiligten Zeit, Aufwand und Kosten.
Woher stammen die Daten?
Weis: Wir verfügen über zahlreiche Schnittstellen zu öffentlichen und relevanten Schweizer Datenquellen. Interne Informationen liefert der Kunde selbst. Neben der technischen Plattform bringen wir auch unser Know-how im Informationsmanagement ein. Entsprechend entwickeln wir uns zunehmend von der reinen Softwareschmiede auch zur Beratungsfirma.
«Darüber hinaus fördern unsere Lösungen den sozialen Austausch und die geistige Aktivierung.»
Marco Weis, Co-Founder
ipeak ist insbesondere auf Tourismus und Gesundheitswesen spezialisiert. Welche Vorteile bringen die Systeme Alters- und Pflegeheimen?
Julen: Informationen für Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige und Mitarbeitende werden zentral gebündelt und dort sichtbar gemacht, wo sie gebraucht werden. Das vereinfacht Abläufe und sorgt für Entlastung.
Weis: Unsere Systeme unterstützen Pflegeheime dabei, menschliche Nähe zu bewahren, indem organisatorische Kommunikation einfacher wird. Ganz nach unserem Motto: Der Mensch im Fokus – trotz Digitalisierung.
Welche Bereiche decken die Systeme ab?
Julen: Zum Beispiel Tages- und Wochenprogramme, Menüpläne, Aktivitäten oder Veranstaltungen. Zusätzlich lassen sich darüber Dienstleistungen wie ein Coiffeurtermin direkt buchen. Für die Mitarbeitenden reduziert sich der organisatorische Aufwand – und das System dient ihnen als zentrale Kommunikations- und Informationsplattform. So sind etwa Arbeits- und Einsatzpläne überall im Haus verfügbar.
Weis: Darüber hinaus fördern unsere Lösungen den sozialen Austausch und die geistige Aktivierung. Auf unserem System stehen einfache, altersgerechte Spiele zur Verfügung, welche die Bewohnerinnen und Bewohnern sehr gerne nutzen. Für Angehörige schaffen die Systeme Transparenz, Vertrauen und Nähe. Informationen aus dem Alltag sind zugänglich und Fragen lassen sich unkompliziert über den Messenger beantworten.
Über die Firma
ipeak Infosystems GmbH ist ein Schweizer Anbieter für digitale Informations- und Kommunikationslösungen mit Standorten in Zermatt und Steinhausen. Seit der Gründung im Jahr 2005 entwickelt das Unternehmen leistungsfähige Software- und Digital-Signage-Lösungen für Kunden im In- und Ausland. Der Fokus liegt auf der Konzeption, Umsetzung und dem Betrieb digitaler Informationssysteme, die Inhalte effizient, flexibel und zielgruppengerecht über Bildschirme, Touchpoints und mobile Kanäle ausspielen. Kern der Leistungen ist die modulare ibex-Softwareplattform, ein webbasiertes Content-Management-System zur zentralen Steuerung und Echtzeit-Aktualisierung von Inhalten. ipeak arbeitet branchenübergreifend, unter anderem für Tourismus, Hotellerie, Gesundheitswesen, Finanzinstitute und öffentliche Einrichtungen. Das Unternehmen verbindet technologische Expertise mit strategischer Beratung und steht für hohe Qualitätsstandards, nachhaltige Lösungen und praxisnahe Innovation «Made in Switzerland».
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Bildcredits: ipeak Infosystems; zVg.